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The Painted Veil

11 Dez

Als Kitty und Walter in 1920 in London heiraten ahnt man bereits, dass es schon bald Schwierigkeiten in der noch so jungen Partnerschaft geben wird.

Kein Wunder, denn Kitty (Naomi Watts) schließt den Bund fürs Leben nicht aus Liebe, lediglich aus dem Drang in ihrem Alter endlich heiraten zu müssen. So fällt die Wahl auf den schweigsamen Bakteriologen Walter der in Shanghai lebt.

Direkt kurz nach der Ankunft stellt sich heraus, dass beide in ihrer Vorstellung von dem anderen enttäuscht werden.

Doch was bedeutet schon eine Beziehung, eine Heirat? Muss man denn unbedingt lieben? Oder sollte man einfach vernünftig sein?

Warum sollte man überhaupt gemeinsam sein?

Was muss man aushalten? Sollte man ganz nach moderner Sicht so lange suchen bis man jemanden gefunden hat der zu 100000000% passt, oder gehört es dazu Fehler machen und zu ertragen, durch dick und dünn zu gehen?

Kann man gemachte Fehler verziehen und Stolz und Wut überwunden werden?

In den knappen zwei Stunden werden all diese Fragen gestellt, und wohl mehrfach beantwortet, wohl immer ein bisschen anders.

Der Film (nach dem gleichnamigen Roman von William Somerset Maugham) bringt zwar keine überraschenden Wendungen mit sich, zeigt aber wie viel Menschen aushalten und kämpfen, und ob es sich manchmal lohnen kann nicht sofort das Handtuch zu werfen. Auch nicht im Stillen.

Rampart

30 Jul

David Brown ist kein sympathisch-korrekter Polizist. Er ist korrupt, rassistisch, ein Chauvinist  durch und durch.

Aber vor allem ist er verzweifelt.

Man sieht ihn im Fernsehen wie er einen Mann – scheinbar ohne Grund – halb tot prügelt.  Und somit kommt eigentlich alles ins Rollen. Seine Familie, bestehend aus zwei  geschiedenen Frauen die Geschwister sind und zwei Töchtern drehen ihm langsam den Rücken zu. Wie eine Zecke beißt er sich in ihnen fest und merkt gar nicht wie er sie alle zu zerstören droht. Als wäre das noch nicht genug wird er noch einmal erwischt wie er einen Mann erschießt und es als Notwehr aussehen lassen will.

Wie das eben im Leben ist reißt alles auf einmal ein, das gesamte Leben und all die getroffenen Entscheidungen werden plötzlich hinterfragt und man steht vor dem Problem, ob man zu ihnen steht, oder eine Flucht wagt.

Woody Harrelson (bekannt aus The Hunger Games, Sieben Leben, Die Wutprobe)  ist die ideale Besetzung für Brown, denn er schafft es die Rolle fast schon zu glaubwürdig zu erscheinen. Er spielt keinen schönen-charmanten Cop, der die Frauenherzen erweichen lässt in seiner Uniform. Er ist kalt und starr. Sein markantes Gesicht scheint von einer Zeit gezeichnet in der er zu dieser extremen Person geformt wurde dir er darstellt.

Die Frage nach dem warum – wieso Brown zu dieser Person wurde – lässt der Film unbeantwortet.

Genauso wie all die Fragen, warum er verraten wurde, wieso gerade er und warum er überhaupt zum Schluss vielleicht doch noch sich all den Problemen stellt.

Viel mehr kann und will ich nicht zu diesem Film sagen. Er ist gut. Erschreckend gut. Zumindest für mich, das um es mal voll distanziert und korrekt zu sagen Charakterdesign. DER Charakter der einem so Angst einjagen kann obwohl nichts Schlimmes zu passieren scheint. Anschauen und mitgruseln.

Wer braucht da schon Horror-Filme?

Titel: Rampart

Erscheinungsjahr: 2011

Regisseur: Oren Moverman

Länge: 108 Min.

Rumgesuchte

14 Jul

Vermutlich jeder kennt ein Strategiespiel, in dem es darum geht, mit einem anfänglich kleinen Stamm zu einer großen und mächtigen Zivilisation heranzuwachsen.

Ich persönlich hab früher eigentlich immer Age of Empires gespielt, ich fand es immer so putzig wie die kleinen Männer und Frauen auf die Jagd gingen oder dann Beeren gesammelt haben.  Krieg war nicht mal unbedingt mein Ding, aber es war irgendwie ja doch immer notwendig.

Dann kam die sehr lange Zeit ohne PC Spiele, geschweige denn solche strategie-Spiele.

Und jetzt vor etwas 2 Wochen lerne ich mal wieder warum das so gefährlich sein kann, sich mit so einem Höllen-Werk anzulegen!

Immer wieder ertappe ich mich dabei dass ich mir denke: „Hrmn… naja, noch eine Runde, dann geh ich ins Bett. … Naja gut, noch eine, sonst macht das ja keinen Sinn, dass ich das jetzt hier angefangen habe. Außerdem bin ich gerade in die Klassik aufgestiegen und…“
Und so weiter… Plötzlich fragt man sich dann völlig entgeistert, woher die 8 Stunden Spielzeit kommen die mir Steam  in meiner Bibliothek anzeigt, wenn ich mit dem Cursor über Cid Maier’s Civilization V fahre.

Das schlimmste bei all dem: es handelt sich hierbei lediglich um die Demo Version die ich bis jetzt 3x angefangen habe, und ich einfach unheimlich genieße!

Wie krieg ich die Balance hin, dass meine Städte reichlich mit Nahrung versorgt sind, so dass sie schnell wachsen und gleichzeitig genug Geld habe um den Unterhalt meiner Gebäude zu zahlen.

Verbinde ich meine Städte, und wo schicke ich überhaupt meine Siedler hin? Kann ich Attila dem Hunnen trauen? Greife ich die Holländer an? Welche Religion gründe ich, welche Glaubenssätze wähle ich und welche Sozialpolitiken führe ich ein?

Die Tiefe und Vielfalt des Spieles sind wirklich enorm, es gint so unheimlich viele Möglichkeiten was man machen udn udn wie man all das angeht.

All das sind Dinge die mein von der Idee der Weltherrschaft besessenen Geist beschäftigen. Es klingt komplex? Ist es auch. Leider enthält die Deo Version kein Tutorial, weswegen ich mir vorkam wie eine kleine Kriegertruppe die eine große Stadt erobern will, als ich das erste Mal angefangen hab.

Aber es geht mittlerweile.  Die Balance ist schwer zu finden(so ohne Einführung, die komplette Version verfügt natürlich über ein Tutorial), aber mittlerweile habe ich gelernt worauf es ankommt. Glaube ich zumindest.  Und es fesselt mich. Sehr.

 

Recettear – An Item Shop`s Tale

29 Apr

Anime-Figuren, ein Mädchen und eine Fee. Schrille japano-Musik… Und dann fängt die Fee Tear plötzlich an über Adam Smith, Verkaufsstrategien und Marketing zu reden.

JUST in DIESEM Moment (es tut mir leid, so was wollte ich schon immer mal schreiben) erhält der Spieler die Aufgabe einen Laden zu führen, um die Schulden des Vaters zu begleichen. Die Fee Tear ist quasi die Steuer-Eintreiberin. Sie soll uns gleichzeitig helfen den Laden aufzubauen und in Schwung zu bringen, um an das geschuldete Geld zu kommen.

Los geht’s mit dem Besuch bei der Händler-Gilde. Und dann geht’s richtig los. Waren einkaufen, sie entsprechend im Laden positionieren und verkaufen, mit Geschick! All das bringt uns die gute Frau mit den blauen Flügeln bei.

Würde das Spiel nur aus diesem Aspekt bestehen, wäre es ein „Kellner-Spiel“  wie jedes andere. Doch nun kommen auch andere Aspekte dazu, Ein- und Verkauf.  Handeln und Feilschen. Aber auch Abenteurer anheuern, Dungeons besuchen und Aufträge annehmen.

Und so putzig auch das Spiel gemacht ist, so einfach ist es gar nicht. Denn wir müssen mit Recette in den ersten 8 Tagen schon 10000 Münzen sammeln. Schaffen wir dies ist, ist das Spiel verloren, Tear beschlagnahmt unser Haus und wir müssen in Kisten wohnen.

 

Ich hab das erste mal 4 Anläufe gebraucht um die Demo erfolgreich abzuschließen was natürlich leider auch etwas vielleicht über meine kaufmännischen Fähigkeiten aussagt…

Also, mein Fazit: Recettear ist ein süßes Spiel mit ungewöhnlich viel Kaufmännischem Hintergrund, und man lernt auch noch etwas über Verkaufsstrategien dazu; )

Ich hab bisher nur die Demo angespielt, doch werde ich mir höchst wahrscheinlich bei Steam auch die Vollversion erwerben. (Die Vollversion kostet im Moment 14,99)

Kennt das Spiel noch jemand oder hat es mal ausprobiert oder ist sogar Verkaufs-Profi?

 

Titel: Recettear: An Item Shop’s Tale
Genre: RPG, Indie
Entwickler: EasyGameStation
Publisher: Carpe Fulgur LLC

 

Kurz Angespielt: Dark Souls

7 Jan

Gestern Abend hatte ich mal eben kurz die Möglichkeit mal dieses gefürchtete Spiel anzutesten.

Das Tutorial lief super. womit ich nciht sagen will dass ich die Tür beim ersten Boss sofort gefunden hab, sondern dass ich nicht gestorben bin!

WUHU!

Danach allerdings erster Tod: Absturz von einer Klippe!

Generell muss man ja sagen, dass die Möglichkeiten in der Hinsicht wirklich mannigfaltig sind. Ob Axt, Speer oder Schwert, Flammen oder Absturz. Alles ist möglich.

Viele haben anscheinend im Netz geschrieben das Spiel wäre unfair. Meine Meinung dazu: Nö. Vermutlich auch nur weil ich noch nicht sooo weit bin im Spiel. Aber es kam auch bei mir oft genug vor, dass ich doch recht laut geworden bin und “ ARGH….DU DÄMLICHER BASTARD!“ rufen musste, nachdem ich zum 10-ten Mal an der gleichen Stelle „auferstanden“ bin. Mir kam es purer Häme gleich wenn immer wieder auf dem Bildschirm stand: YOU DIED. Als ob ich das nicht mitbekommen habe?! Das Spiel macht sich doch lustig über mich….!

Aber das Spiel ist auch so lustig genug. Zumindest fand ich es einfach geradezu liebreizend wo ein gepanzertes Wildschwein mir an die Gurgel wollte und ich es nur besiegen konnte, indem ich es… naja..rektal aufspießte. Ja, ich bin vielleicht etwas seltsam aber das fand ich irgendwie witzig.

Naja, nur zu meinem Fazit nach etwa 20 Toden.

Hut ab vor allen die das Spiel durchgezockt haben! Für mich wäre es definitiv zu … nervenaufreibend. JA genau. nicht zu schwer, denn der Fehler bei mir lag bis jetzt definitiv in der Ungeduld und darin dann man irgendwann anfängt sich zu denken: ach, jetzt bin ich hier schon 10 mal durch, jetzt schaff ich’s! Und dann vergisst man den Speerträger rechts hinter der Wand….

Also, für all die, die Lust auf eine wirkliche Herausforderung haben kann ich das Spiel nur empfehlen!

Mir hats Spaß gemacht, allerdings war ich auch froh wo ich diesem Teufelskreis der Tode entfliehen konnte…

Rezension: Nach dem Regen von Thomas Lawall

2 Jan

Thomas Lawall:

Nach dem Regen

(Gedichte von Thomas Lawall, Herausgegeben von dem Holzheimer Verlag, 2007)

Bücher sind toll. Aber teuer. Und dann kam eine sehr liebe Freundin und wies mich auf dieses Band hin. (Danke Frau Schwefeldampf; )

Im Moment gibt es auf der folgenden Website  das Gedichtband – umsonst(!): http://home.arcor.de/tomary/Gedichte/Aktion_Buch_Rezension/aktion_buch_rezension.html

Die Devise lautet: Buch gegen Rezension. Und da ich selber dieses Band angefordert habe, sind hier nun meine Eindrücke zu dem Inhalt:

In dem Band haben mich 51 Gedichte und 22 Schwarzweiß-Aufnahmen erwartet über 101 Seiten verstreut (insgesamt 111 Seiten)

Um ehrlich zu sein, bin ich selbst nicht die Person, die Gedichtbände liest, und aus genau diesem Grund hat mich das Band wohl wirklich positiv überrascht.

Die Gedichte sind äußerst vielseitig, verspielt, philosophisch, melancholisch, verliebt und verloren. Schwer zu beschreiben.

Ich würde jetzt gerne eine ausführliche Analyse dazu schreiben, aber ich kann mit Worten nicht fassen was es war, was mich an den meisten Gedichten so gepackt hat. Vielleicht die Nähe zu den eigenen Erfahrungen und Gefühlen.

Manches  musste ich zweimal lesen, manche weil ich länger gebraucht hab um alles zu verstehen und manches einfach weil mich das Gedicht dazu eingeladen hat.

Die Form, und die Formulierungen sind nicht alltäglich, Reime, selten zu finden, doch Gedankenbilder: massenhaft.

Der Stil ist auf jeden Fall, für mich zumindest, regelrecht ansteckend.

Deswegen hat es mir geholfen die Gedichte größtenteils laut vorzulesen. Auch um einfach den Klang auszukosten, und um wirklich den Gedanken, die das Gedicht in sich trägt gänzlich und ich voller Tragweite nachempfinden zu können.

Wenn ich überlegen müsste wie ich es in ein paar Wörtern zusammenfasse, würde ich atmosphärische Melancholie sagen.  Denn diese dominiert meines Empfindens nach.

Auf jeden Fall, möchte ich es jedem der mal sich in einer ruhigen Minute etwas gönnen will, dieses Buch ans Herz legen.

Und nun zum Schluss würde ich gerne eines meiner Lieblingsgedichte kurz Preisgeben, als kleinen Vorgeschmack:

Stundenwald:

Wald ist Zeit
los
So sieht es für uns
die keine Zeit haben
jedenfalls aus

Wahr ist
dass es nur scheint
als ob
der Zeitfeind hier
keine Chance hat

Höhnisch
sieht sie uns zwar an
die Eiche
die ein paar hundert
Jahre alt ist

Aber was wir
Sekundenmenschen sehen
sind nur die Stunden
des Waldes.
Auch seine Tage

sind gezählt.

© Thomas Lawall

Browsergames – Nein?- DOCH!

5 Dez

Browsergames – Nein?- DOCH!

Die meisten sind gleich, man muss sich Gilden oder anderen größeren Organisationen anschließen, Rohstoffe sammeln oder Mitspieler besiegen um voranzukommen. Es ist irgendwie schnell langweilig, da man in der unübersichtlichen Zahl von Spielern man nicht sichtbar vorankommt, wenn man nicht Stunden am Rechner verbringt.

Man Spielt  meist alleine und es ist ein sinnloses hin und her klicken. Spielspaß , der nicht von Dauer ist. Für mich zumindest.

Wer mich kennt weiß, dass ich kein großer Zombie-Fan bin, allerdings bin ich schon vor einer längeren Weil (1-2 Jahre) auf ein Spiel gestoßen die eine völlig neue Idee aufzeigt, und mich voll begeistert.

DIE VERDAMMTEN

„Die Verdammten ist ein kooperatives Zombie Survival Game, das in einer postapokalyptischen Welt voller Untoter spielt!“

Ja, genau, Zombieliebhaber werden es ebenfalls mögen; )

Das Spielprinzip beruht auf Teamwork, was mit sehr zusagt, und man muss nicht alle 5 Minuten online sein.

Die Verdammten ist einfach zu verstehen und trotzdem komplex. Es beruht  auf der Kommunikation im Forum. Denn wenn jeder das macht was er will, man sich nicht organisiert, wird man schnell um 24 Uhr (MEZ) von der Zombie-Meute überrannt und stirbt. Also ist es das A und O zu lesen!

Denn wenn man ungefragt sein Versteck ausbaut, verbraucht man die lebensnotwendigen Rohstoffe. Wenn man  mal etwas verplant hat in einer Expedition, kann man im Forum nach Hilfe fragen. Bauprojekte, Expeditionen, die Verbesserung des Tages, alles wird dort besprochen. Teamwork, wird groß geschrieben.

Was mir vor allem sehr sympathisch war/ ist, dass jeder wichtig ist. Ein Einzelner kann sehr viel bewirken. Die täglichen AP sind wichtig für die Stadt, egal ob man Rohstoffe einsammelt oder man etwas ausbaut. Einer für Alle.

Und wenn etwas doch mal schief geht, und man stirbt, fängt man in einer neuen Stadt vom Anfang an: mit neuen Spielern.

Das Sterben ist sehr vielseitig, durch Dehydration (Wasser ist Lebenswichtig in diesem Spiel!), durch Verletzungen, durch Drogen etc….

Die Aufgaben an jedem Tag sind einfach: am besten (wie schon erwähnt) die Stadtverteidigung ausbauen oder die Wüste erforschen um an neue Gegenstände  zu kommen. Die Handlungsfähigkeit ist  eingeschränkt durch die AP (Aktionspunkte) was bedeutet, es bringt nur Unglück, wenn man unvorbereitet sich allzu weit von der Stadt entfernt und man sich plötzlich inmitten einer Horde von üblen und vor allem untoten Gesellen wiederfindet.

Mein Fazit:

Wer mal was ganz neues ausprobieren will,  der sollte sie die Verdammten auf jeden Fall mal anschauen, meiner Meinung nach lohnt es sich!

Viel Spaß und auf ein frohes Sterben!

P.S.: Falls sich jemand anmeldet, wäre es schön wenn er bei „Mein Pate“ bei der Anmeldung den Namen Sereana eingeben würde. ; )

Alle bilderrechte liegen bei MotionTwin!