6 Bücher, ein Ich

17 Sep

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Tagebuch führen. Ist das eigentlich „in“? Wer macht denn so was? Oder macht man noch überhaupt sowas? Oder wurde all das abgelöst durch die verschiedensten Netzwerke. Ich mein damit allerdings mehr „Teil-Tagebücher“. Auf Twitter teilt man Gedanken, auf Pinterest Bilder, und Spotify Musik. Alles zusammengeworfen ist doch eine Art Tagebuch. Ich will gar nicht wissen, was mein virtueller Musik- und Bild-Konsum über mich persönlich verraten würde.

Seit ich etwa 11 bin halte ich Ereignisse, Gefühle, Beziehungen fest. Alles analog und recht unregelmäßig.

Vor etwa 1-2 Jahren habe ich begonnen all das Erlebte aufzuteilen. Eben wie man das auch virtuell unbewusst vielleicht mach, nur auf verschiedene Tagebücher.

Ein Heft für Ideen und kleine Zukunftsprojekte mit Rezepten und Bastelanleitungen.

Ein Büchlein  für Konzerte, Kino- und Theaterbesuche: eben überwiegend für verschiedenste Veranstaltungen.

Ein Buch für Emotionen, Empfindungen, meist wenn ich schlechte Gedanken sortieren muss.

Ein Notizblock mit Glücksmomenten, nach der Idee von Christoph Koch in Sternhagelglücklich.

Außerdem habe ich noch eine „Reise-Edition“ um mein großes Tagebuch nicht mitführen zu müssen wenn ich unterwegs bin, und aber schnell etwas loswerden muss, und abschließend ein Heft für kleine Gedankenexperimente á la:“ was wäre wenn“ sowie „pro /contra“

Doch macht das Sinn? Oder besser die Frage: WAS für einen Sinn macht das?

Nach längerer Grüblerei -Weil ich über mein eigenes Verhalten , 6 (?!) Hefte zu haben um Erinnerungen…nein, um eher mich selbst irgendwo festzuhalten seltsam finde- bin ich endlich zur Ruhe gekommen. Vermutlich ist oder war dieser kleine Tick lediglich der Wunsch nach Ordnung im eigenen Leben. Alles hat seinen Platz (wenn schon nicht in der Wohnung dann im Kopf).

Oder sollte zumindest haben. Denn eigentlich ist es doof alles so separieren zu wollen Glaube ich zumindest im Moment. Denn es lässt sich nicht trennen. Was ist wenn ich mit jemandem zu einem Konzert gehe und auf dieser Veranstaltung Unterhaltungen entstehen die mich in Frage stellen oder beschäftigen, so sehr dass ich es festhalten möchte? Tja, in welches Heftchen damit? In so einem Fall müsste man noch am besten Querverbindungen einfügen, ein bisschen wie im Zettelkasten von Luhmann. Und ob man das möchte – (vor allem wenn man eh schon Soziologie) studiert ist die Frage.

Alle Hefte im Nachhinein zusammenführen ist eher schwierig, doch ein neues, „ganzheitliches“ Tagebuch zu führen ist das Ziel. Auch wenn es natürlich seien Nachteile mit sich bringt. An der alten Variante war der enorme Vorteil, dass man Ideen anderen zeigen konnte wenn man das Heft mitnahm und rumgab, das wird so natürlich nicht mehr möglich sein, wenn mehrere intime Informationen daneben stehen, aber Notfalls kann man so was ja im Nachhinein nochmal auslagern.

Das war’s. Meine Erkenntnis des Tages, das es gut und in Ordnung ist festzustellen dass man selbst nicht so zerstückelt ist, sondern Stoff für 6 Hefte liefert.

 

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