Archive | September, 2011

Bewusstesein (Teil B)

24 Sep

Gefühlskunde: Freiheit (?)

Bei Gelegenheit überlegt der Mensch doch hin und wieder was für ihn gut oder schlecht ist. Was ist erstrebenswert, was sollte man vermeiden.

Eines der Gefühle die  für die meisten auf jeden Fall zu vermeiden gelten, ist es, die Freiheit zu verlieren.

An der Stelle kurz die Überlegung, was überhaupt Freiheit ist. Für jeden wohl was anderes. Oftmals wohl vor allem etwas, wie bei so vielen guten Sachen, bei dem man erst bemerkt was es einem bedeutet wenn es verloren geht. Meine deutschlehrerein sagte einmal: Die Freiheit des einzelnen geht so weit, bis er die Freiheit eines anderen einschränkt. Tiefgründig klingende Worte…

Doch was, wenn sie einmal fort ist? Was geschieht mit dem Mensch, der seiner Freiheit beraubt wird? Ich rede hier nicht von kurzfristigen Einschränkungen. Aber man sollte sich auch nicht der Illusion hingeben, das das Gefühl von Eingesperrt-Sein ausschließlich im Gefängnis entsteht.

Was geschieht, wenn man lernt in der großen weiten Welt, wie es wohl im Knast wohl so sein muss. Wenn man miterlebt, das berühmte Gefühl, mit dem Zweifelhaften Ruf: „Ich bin draußen! Was mach ich mit mir?“

Was, wenn dieser Zustand zu einem Zeitpunkt eintritt, wenn man wehrlos ist, oder sich gänzlich wehrlos vorkommt? (wie hieß das Phänomen nochmal, wenn die Einbildung zur Realität wird? Ach ja… Das Thomas Theorem… “If men define situations as real, they are real in their consequences.” [W. I. Thomas, Dorothy Swaine Thomas: The Child in America: Behavior Problems and Programs. Knopf 1928: 572]

Der Mensch wird wohl wegen so einem Zeitabschnitt manchmal sehr unausstehlich. Stets auf der Lauer, wenn es um die Freiheit geht. Stets zum Angriff bereit, wenn es darum geht die eigenen rechte zu verteidigen. Angriffslustig, schwer zu bändigen. Seltsam. Wo es eigentlich nix als sein sehnlichster Wunsch sein sollte, Nähe und Ruhe, Vertrauen zu empfinden. Sich nicht hetzten zu lassen, sich nicht gehetzt zu fühlen. Wie tief wohl diese Gefühle gehen?

Bewusstsein (Teil A)

21 Sep

Am Abend laufe ich durch die Straßen von Budapest.

Es ist schon dunkel und ich laufe über die wundervoll beleuchtete Brücke und weiß, dass ich mich mit meiner besten Freundin treffen will, als mir einfällt… Wo ist Fiszka? Ich hab sie irgendwie nicht gesehen seit einigen Tagen… Warum nicht ? Ich war nicht mit ihr spazieren. Komisch. Mama hat auch nix gesagt. Seltsam.

Habe ich Fiszka vergessen? Das kann nicht sein! Ich schäme mich fürchterlich weil ich nicht an sie gedacht habe. Weil ich grade wirklich an mir Zweifel, ob ich sie vergessen hab. Hat Mama sie fortgebracht, weil ich mich nicht gut um sie gekümmert hab? Meine Gedanken rasen immer schneller während ich die beleuchtete Gasse entlanglaufe Richtung Zoo. Vor dem Zoo ist das Café wo wir uns treffen wollten. Da sitzt sie auch und merkt dass ich verwirrt bin.

Sie fragt, ich erzähle voller Entsetzen meine Befürchtungen, ich hätte Fiszka vergessen und mich nicht um sie gekümmert. Rieke schaut mich missbilligend an und rügt mich, beruhigt mich aber auch. Ich soll Zuhause doch fragen was los ist, was mit Fiszka plötzlich los ist,

als ich die Augen plötzlich öffne….

Mir plötzlich mehrerer Dinge bewusst werde… Und mich diese paar banalen Dinge völlig umhauen.

1.)   Ich bin nicht in Budapest.

2.)   Rieke redet grade nicht mit mir.

3.)   Fiszka ist nicht nur weg. Sie wird auch nie wiederkommen.

4.)   Fiszka wurde am 13. Februar 2010 eingeschläfert.

Mir stehen nur noch die Tränen in den Augen direkt nach dem Aufwachen und ich will sie gar nicht zurückhalten vor lauter Schreck.

Was das Unterbewusstsein alles so für einen bereit hält…. Denn vor 3 Tagen sah ich einen Husky mit seinem Herrchen spazieren gehen als ich im Bus saß.

Fiszka hasste es an der Leine zu laufen….

Widmung an die schönste Dame der Welt, die niemand zu ersetzen vermag.

Die Lady mit den Augen von Marilyn Manson und der Schönheit von Monroe…

Naarvik Amfisza

25.01.1997 – 13.02.2010

„Mosolyog rám az ég.

Csak egy szín vanölöttem, az a kék.

Pacsírta dala szól. Hangja a szívemig hatol.

A bús napoknak immáron vége.

Enyém az ég minden kékje.“

„blue skies smiling at me
nothing but blue skies do i see

bluebirds singing a song
nothing but bluebirds all day long

blue days, all of them gone
nothing but blue skies from now on“

[Patch Adams]