Thomas Lawall:
Nach dem Regen
(Gedichte von Thomas Lawall, Herausgegeben von dem Holzheimer Verlag, 2007)
Bücher sind toll. Aber teuer. Und dann kam eine sehr liebe Freundin und wies mich auf dieses Band hin. (Danke Frau Schwefeldampf; )
Im Moment gibt es auf der folgenden Website das Gedichtband – umsonst(!): http://home.arcor.de/tomary/Gedichte/Aktion_Buch_Rezension/aktion_buch_rezension.html
Die Devise lautet: Buch gegen Rezension. Und da ich selber dieses Band angefordert habe, sind hier nun meine Eindrücke zu dem Inhalt:
In dem Band haben mich 51 Gedichte und 22 Schwarzweiß-Aufnahmen erwartet über 101 Seiten verstreut (insgesamt 111 Seiten)
Um ehrlich zu sein, bin ich selbst nicht die Person, die Gedichtbände liest, und aus genau diesem Grund hat mich das Band wohl wirklich positiv überrascht.
Die Gedichte sind äußerst vielseitig, verspielt, philosophisch, melancholisch, verliebt und verloren. Schwer zu beschreiben.
Ich würde jetzt gerne eine ausführliche Analyse dazu schreiben, aber ich kann mit Worten nicht fassen was es war, was mich an den meisten Gedichten so gepackt hat. Vielleicht die Nähe zu den eigenen Erfahrungen und Gefühlen.
Manches musste ich zweimal lesen, manche weil ich länger gebraucht hab um alles zu verstehen und manches einfach weil mich das Gedicht dazu eingeladen hat.
Die Form, und die Formulierungen sind nicht alltäglich, Reime, selten zu finden, doch Gedankenbilder: massenhaft.
Der Stil ist auf jeden Fall, für mich zumindest, regelrecht ansteckend.
Deswegen hat es mir geholfen die Gedichte größtenteils laut vorzulesen. Auch um einfach den Klang auszukosten, und um wirklich den Gedanken, die das Gedicht in sich trägt gänzlich und ich voller Tragweite nachempfinden zu können.
Wenn ich überlegen müsste wie ich es in ein paar Wörtern zusammenfasse, würde ich atmosphärische Melancholie sagen. Denn diese dominiert meines Empfindens nach.
Auf jeden Fall, möchte ich es jedem der mal sich in einer ruhigen Minute etwas gönnen will, dieses Buch ans Herz legen.
Und nun zum Schluss würde ich gerne eines meiner Lieblingsgedichte kurz Preisgeben, als kleinen Vorgeschmack:
Stundenwald:
Wald ist Zeit
los
So sieht es für uns
die keine Zeit haben
jedenfalls aus
Wahr ist
dass es nur scheint
als ob
der Zeitfeind hier
keine Chance hat
Höhnisch
sieht sie uns zwar an
die Eiche
die ein paar hundert
Jahre alt ist
Aber was wir
Sekundenmenschen sehen
sind nur die Stunden
des Waldes.
Auch seine Tage
sind gezählt.
© Thomas Lawall

Hehe, na bitte gern geschehen! =)
Hoffen wir mal, dass der Herr Lawall weiterhin so grandiose Gedichte produziert!